Auch für einen Minijob (520-Euro-Job) lohnt sich eine ordentliche Bewerbung. Sie darf kurz sein – muss aber zeigen, dass du zuverlässig bist und zur Stelle passt.
Was ist ein Minijob?
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, bei der dein durchschnittlicher Verdienst eine festgelegte Grenze nicht überschreitet – aktuell 520 Euro im Monat. Daher der Name 520-Euro-Job.
Minijobs sind beliebt bei Studierenden, Rentnern, Eltern oder Menschen, die sich nebenbei etwas dazuverdienen. Eine saubere Bewerbung verschafft dir einen Vorsprung.
Was Arbeitgeber bei einem Minijob erwarten
Für einen Minijob stehen persönliche Eigenschaften und praktische Aspekte im Vordergrund. Arbeitgeber möchten sehen, dass du zuverlässig, flexibel und motiviert bist.
Da Minijobber oft zu bestimmten Zeiten einspringen, spielt deine zeitliche Verfügbarkeit eine große Rolle.
- Zuverlässigkeit: Pünktlichkeit und Verbindlichkeit sind das wichtigste Kriterium.
- Verfügbarkeit: Gib klar an, wann du arbeiten kannst.
- Flexibilität: Bereitschaft, kurzfristig einzuspringen, kommt gut an.
- Relevante Vorerfahrung: Frühere Aushilfsjobs erwähnen, falls vorhanden.
- Freundliches Auftreten: Bei Kundenkontakt besonders wichtig.
Aufbau einer Minijob-Bewerbung
In der Regel genügen ein kurzes Anschreiben und ein übersichtlicher Lebenslauf. Zeugnisse sind nur nötig, wenn der Arbeitgeber sie verlangt.
Den passenden Text erstellst du in wenigen Minuten mit dem Anschreiben-Generator, den dazugehörigen Lebenslauf hältst du kurz und übersichtlich.
- Kurzes Anschreiben: Stelle, Motivation und Verfügbarkeit auf einen Blick.
- Übersichtlicher Lebenslauf: meist eine Seite, tabellarisch und lückenlos.
- Anlagen nur bei Bedarf: Zeugnisse lediglich auf Aufforderung beilegen.
Muster-Anschreiben für einen Minijob
Ein kurzes Muster: Sehr geehrte Frau Müller, für Ihre Aushilfsstelle im Verkauf bewerbe ich mich mit großem Interesse. Ich bin freundlich im Umgang mit Kundinnen und Kunden, arbeite zuverlässig und kann an Wochenenden sowie an drei Nachmittagen zur Verfügung stehen.
Dieses Muster zeigt die wichtigsten Punkte auf engem Raum: Bezug zur Stelle, eine passende Eigenschaft, deine Verfügbarkeit und den Wunsch nach einem Gespräch.
Tipps für eine überzeugende Bewerbung
Auch eine kurze Bewerbung sollte sorgfältig gestaltet sein. Rechtschreibfehler oder eine unpersönliche Anrede wirken nachlässig.
Nenne nach Möglichkeit einen Ansprechpartner und gehe kurz darauf ein, warum du dich bei diesem Betrieb bewirbst.
- Konkret bleiben: Nenne die genaue Stelle und deine Arbeitszeiten.
- Persönlich anschreiben: Ermittle den Namen des Ansprechpartners.
- Ehrlich sein: Versprich nur die Verfügbarkeit, die du einhalten kannst.
- Korrektur lesen: Auch eine halbe Seite sollte fehlerfrei sein.
- Schnell reagieren: Aushilfsstellen werden oft zügig besetzt.
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Die Begriffe „520-Euro-Job" und „538-Euro-Job" halten sich hartnäckig, doch die Verdienstgrenze für einen Minijob ist längst nicht mehr fest. Seit Oktober 2022 ist sie dynamisch: Sie steigt automatisch mit dem gesetzlichen Mindestlohn und entspricht einem Verdienst von zehn Wochenstunden zum Mindestlohn.
So hat sich die Grenze entwickelt:
- 2022: 520 Euro – daher der Name „520-Euro-Job".
- 2024: 538 Euro – der Ursprung des Begriffs „538-Euro-Job".
- 2025: 556 Euro.
- Seit Januar 2026: 603 Euro, weil der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen ist.
Für deine Bewerbung heißt das: Nenne keinen festen Eurobetrag als Wunschgehalt, sondern die Stunden, die du leisten kannst. Rund 43 Stunden im Monat zum Mindestlohn bleiben 2026 unter der Grenze. Ein gelegentliches, unvorhergesehenes Überschreiten ist in der Regel in bis zu zwei Kalendermonaten pro Jahr erlaubt – etwa, wenn du kurzfristig für jemanden einspringst.
Minijob-Bewerbung ohne Erfahrung: Schritt für Schritt
Viele bewerben sich auf ihren ersten Minijob ganz ohne einschlägige Erfahrung – Studierende, Wiedereinsteiger nach der Familienphase oder Menschen, die neu in Deutschland sind. Das ist kein Nachteil, solange du zeigst, dass du zuverlässig bist und schnell dazulernst.
- Übertragbare Stärken benennen: Pünktlichkeit aus dem Ehrenamt, Organisationstalent aus dem Familienalltag, Teamgeist aus dem Sportverein – sag konkret, wo du sie gezeigt hast.
- Motivation nach vorn stellen: Fehlt die Erfahrung, zählt der erste Satz umso mehr. Schreibe, warum ausgerechnet dieser Betrieb und diese Aufgabe dich reizen.
- Verfügbarkeit ausspielen: Wer flexibel abends oder am Wochenende einspringt, ist oft wertvoller als jemand mit Erfahrung, aber engem Zeitfenster.
- Lernbereitschaft zeigen: Ein Satz wie „In neue Abläufe arbeite ich mich schnell ein" nimmt dem Arbeitgeber die Sorge vor langer Einarbeitung.
Ein typischer Fehler ist, die fehlende Erfahrung zu entschuldigen („Leider habe ich noch nie …"). Formuliere stattdessen positiv. Dein Lebenslauf bleibt trotzdem vollständig: Trage Schule, Ausbildung, Praktika, Ehrenamt und Sprachkenntnisse ein, statt Lücken entstehen zu lassen. Bei einfachen Tätigkeiten im Verkauf, in der Gastronomie oder Reinigung ist Erfahrung ohnehin selten Voraussetzung – hier zählt der persönliche Eindruck.
Initiativbewerbung: unausgeschriebene Minijobs finden
Ein großer Teil der Minijobs wird nie öffentlich ausgeschrieben. Bäckereien, Cafés, kleine Läden oder Pflegedienste besetzen ihre Aushilfsstellen oft über Aushänge, Empfehlungen oder Menschen, die vorbeikommen und nachfragen. Wer sich initiativ bewirbt, hat deshalb häufig weniger Konkurrenz.
- Gezielt auswählen: Sprich Betriebe an, die zu deinen Zeiten und deinem Wohnort passen – kurze Wege sind bei einem Minijob viel wert.
- Kurz bleiben: Eine knappe Mappe oder eine freundliche E-Mail mit zwei, drei Sätzen genügt. Nenne die gewünschte Tätigkeit und deine Verfügbarkeit.
- Den richtigen Moment wählen: Gehst du persönlich vorbei, meide die Stoßzeiten und frage nach der Person, die für das Personal zuständig ist.
- Nachfassen: Hörst du nach ein bis zwei Wochen nichts, ist eine höfliche Nachfrage völlig in Ordnung – sie zeigt echtes Interesse.
Bei ortsgebundenen Minijobs wirkt der persönliche Besuch oft stärker als eine E-Mail, weil der Arbeitgeber dich sofort kennenlernt. Halte trotzdem eine ausgedruckte Kurzbewerbung bereit, damit der gute Eindruck nicht verloren geht.
Häufige Fragen (FAQ)
Braucht man für einen Minijob überhaupt eine Bewerbung?
Ja, in den meisten Fällen. Auch wenn ein Minijob weniger Stunden umfasst, möchten Arbeitgeber wissen, wen sie einstellen. Eine kurze, gepflegte Bewerbung hebt dich von formlosen Anfragen ab.
Wie lang sollte die Bewerbung für einen Minijob sein?
Das Anschreiben umfasst meist eine halbe bis ganze Seite, der Lebenslauf in der Regel eine Seite. Wichtig ist, dass Stelle, Motivation und Verfügbarkeit schnell erkennbar sind.
Muss ich Zeugnisse mitschicken?
Bei einem Minijob sind Zeugnisse meist nicht erforderlich. Lege sie nur bei, wenn der Arbeitgeber sie ausdrücklich verlangt. Wichtiger sind Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit.
Was ist Arbeitgebern bei einem 520-Euro-Job am wichtigsten?
An erster Stelle stehen Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Da Minijobber oft einspringen, ist es entscheidend, klar anzugeben, wann du arbeiten kannst. Auch Flexibilität und ein freundliches Auftreten zählen.
Sollte ich meine Minijob-Bewerbung per E-Mail schicken oder persönlich abgeben?
Das hängt vom Betrieb ab. Bei kleinen, ortsgebundenen Arbeitgebern wie Bäckereien, Cafés oder Läden kommt der persönliche Besuch mit einer kurzen, ausgedruckten Bewerbung oft besonders gut an, weil man dich gleich kennenlernt. Bei größeren Betrieben, Ketten oder ausgeschriebenen Stellen ist die E-Mail mit PDF-Anhang der übliche Weg. Steht in der Anzeige ein konkreter Wunsch, halte dich daran.
Kann ich mich mit wenig Deutschkenntnissen auf einen Minijob bewerben?
Ja. Für viele Minijobs – etwa in der Reinigung, im Lager, in der Küche oder bei Lieferdiensten – reichen Grundkenntnisse, weil die Abläufe schnell erklärt sind. Bei Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt, zum Beispiel an der Kasse, sind bessere Deutschkenntnisse hilfreich. Gib ehrlich an, welches Niveau du hast, und lass dein Anschreiben zur Sicherheit von jemandem gegenlesen. Wichtig ist außerdem, dass dein Aufenthaltstitel dir das Arbeiten erlaubt; das gilt auch für einen Minijob.
Gehört ein Bewerbungsfoto in eine Minijob-Bewerbung?
Ein Foto ist in Deutschland freiwillig – niemand darf es verlangen, und ein fehlendes Foto darf dich nicht benachteiligen. Für einen Minijob ist es kein Muss. Ein freundliches, professionelles Foto kann bei Stellen mit Kundenkontakt trotzdem einen sympathischen ersten Eindruck machen. Wenn du eines verwendest, achte auf gute Qualität; ein Selfie oder ein Urlaubsbild gehört nicht in die Bewerbung.